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„toll² – Bipolar überleben von A bis Z“

Bei der Bipolaren Störung wechseln sich depressive, ma­nische, hypomanische oder gemischte Episoden ab. Zu den Betroffenen zählen viele kreative, erfolgreiche Menschen. Dennoch sind die Folgen dieser Erkrankung oft schwerwiegend, unbehandelt kann sie Leben ruinieren.

„toll² – Bipolar überleben von A bis Z“

lautet der Titel des Kunst-Projektes, das Nathalie Karg 2011

zur Aufklärung kreiert hat. Es besteht aus 3 Elementen:

• Ausstellung

• Bühnenspektakel

• Buch

In 26 Stationen demonstriert die Künstlerin, wie sie die Balance bewahrt. Damit möchte sie anderen Betroffenen und Angehörigen zu helfen, trotz Höhen und Tiefen Mut, den Humor und die Lebensfreude zu behalten.

 

Das TOLL-BUCH ist mehr als ein Kunst- oder Ausstellungskatalog. Als Bilderbuch zeigt es alle Exponate mit persönlichen Erläuterungen und Beschreibungen der Künstlerin.

 

Neben einer ausführlichen Einführung enthält es im zweiten Teil eine autobiographische Geschichte, die von den oft skurrilen Abenteuern erzählt, die Nathalie Karg während des Ausbruchs ihrer manisch-depressiven Erkrankung erlebte – siehe Leseprobe weiter unten.


Das letzte Kapitel befasst sich mit der von Tänzerin-Sängerin-Comedienne Nathalie Karg eigens für die  Ausstellungseröffnung in der Klinik Hohemark Oberursel kreierte Selbsthilfe-Nicht-Nur-Flamenco-Revue (Video hier), die anschließend auch auf diversen anderen Bühnen das Publikum begeisterte.

 

 



Toll-Autorin

Nathalie Karg – Die Muse

Die multidimensionale Künstlerin lebt und arbeitet im Taunus, ist am 14. Mai 1971 in Kronberg im Taunus geboren, hat eine jüngere Schwester, zwei Nichten, einen Paten­sohn, einen Hund und ist in zweiter Ehe glücklich verheiratet.

 1994 erhielt sie die Diagnose „Bipolare Störung“, zwei Jahre später machte sie ihr Diplom in Kommunikationsdesign und arbeitete anschließend als Grafikdesignerin und Journalistin. Ihre Kreativität erstreckt sich nicht nur auf das Schreiben und Gestalten – kaum, als Nathalie laufen und sprechen konnte, begann sie zu singen und zu tanzen. Seit sie ihre Bestimmung als Muse erkannt und ihr Repertoire durch eine integrale Coaching-Ausbildung ergänzt hat, inspiriert und coacht sie Menschen – vornehmlich durch ihre Bücher und selbst kreierten Bühnenshows.

Mehr unter MUSE4U.de


 

 



Toll-Leseprobe

Toll im Quadrat ist hauptsächlich ein Bilderbuch, als Ausstellungskatalog zu meiner gleichnamigen Kunstausstellung entstanden. Um meine BIPOLAREN ERLEBNISWELTEN zusätzlich zum visuellen Zugang auch in Worten erlebbar zu machen, habe ich darin das Protokoll meiner ersten signifikanten Berg- und Talfahrt, die 1994 in die Diagnose BIPOLAR I mündete, aufgenommen. Hier ein Ausschnitt:


(M)eine Geschichte...

...handelt von schwindelnden Höhen, silbernen Stiefeln, einem Bauernstuhl, drei Wahrsagerinnen, magischem Wasser, einem lüsternen Millionär, allerlei nächtlichen Abenteuern und mehr.

Hinauf, hinunter. Auf das Balkongeländer klettern, in die Tiefe starren, wieder hinunter. Nach einem Sprung aus dem 25. Stockwerk ist man doch sicher Matsch. Wenn man es schafft, zu springen. Ich schaffe es nicht. Der Wind lässt mich spüren, wie lebendig ich noch bin, doch innerlich fühle ich mich weiterhin wie abgestorben, als ich den Heimweg antrete. Wieder ein arbeitsfreier Tag, an dem ich mich erfolgreich aus dem Haus gestohlen habe, um erfolglos Schluss zu machen. Wieder ein wortloser Abend als Zombie in der Wolldecke. Morgen ist auch noch ein Tag.
[…]
Mich gibt es in zwei Versionen. In der von meinen Qualen nichts ahnenden Öffentlichkeit (Flughafen) verstelle ich mich. Die Person, die von außen wahrgenommen wird, ist in Wirklichkeit eine billige Mario­nette, der mein wahres Ich ständig auf der Schulter sitzt. Nur für mich hörbar, verurteilt es auf gehässigste Art und Weise all mein Tun als Farce.
[…]
Es hält mich nicht lange im Unterricht. Ich überrede also den Lehrer, mich wegen eines Notfalls in der Familie vorzeitig aus dem Unterricht zu entlassen und verabrede mich, einer meiner plötzlichen Eingebungen folgend, telefonisch mit meiner Cousine Carla* und meinem Cousin Theo, der wie ich die Bipolarität unserer Großeltern geerbt und außerdem sechs Millionen DM durchgebracht hat... wie sich später herausstellen wird.
[…]

Benzinpanne kurz vor dem Rasthof Weisskirchen auf der A3. Ron ist wieder dabei. Während er mit meinem leeren Ersatzkanister zur Tankstelle und wieder zurück läuft, gieße ich mich malerisch roten Hot-Pants und silbernen, schenkelhohen Barbarella­-Stiefeln wie eine Diva auf meinen frisch erstandenen Bauernstuhl, den ich aus dem prall gefüllten Kofferraum hole und auf den Standstreifen stelle. Von den LKW-Fahrern mit lautem Hupen beachtet zu werden, ist für mich ein großes Vergnügen. Das hat Ron nicht.
[…]
Wie von der vermeintlichen Roma-Freundin Sabina vorausgesagt, habe ich mich tatsächlich sehr mit meinem Vater gestritten und mich danach einige Tage lang nicht mehr sehen lassen. Frau Besel ruft also gegen drei Uhr nachts meine Eltern an: "Guten Tag, mein Name ist Besel, ich bin Wahrsagerin und Ihre Tochter ist bei mir. Sie können Sie abholen."  Zum Abschied entlockt sie mir das Versprechen, gleich nach dem Osterwochenende in der Psychiatrie vorzusprechen.
[…]

 

*Die Namen aller Beteiligten wurden geändert.

 


Toll-Impressionen

 

>>> zahlreiche Links zum Toll-Projekt
.

 

TOLL-Presse im Oberursel Stadtmagazin:


 

 

TOLL – das gesamte Buch: ein Überblick über alle Doppelseiten:


 

 

TOLL – Kunst-Impressionen en Detail:


 

 

TOLL Ausstellung und Revue in der Klinik Hohemark in Oberursel, Herbst 2011


 

 

TOLL Ausstellung in der Vitos Tagesklinik Bad Homburg, Juni 2013


 

 

TOLL – ein Musentreffen: Sissi Perlinger und Nathalie Karg preisen gegenseitig ihre Bücher an.

In "Auszeit" wie in "Toll im Quadrat" geht es um Selbstheilung.


 

 

TOLL – alles Handarbeit: nummerieren und signieren im R&P Verlag (gibt es nicht mehr):